Randbemerkungen zu Pikettys „Kapital“

In Pikettys Buch begegnet man verschiedene Formeln, die mehr oder weniger fundamental für das Verständnis der kapitalistischen Produktions- und Verteilungsweise sind. Teilweise werden sie empirisch unterfüttert, teilweise sollen sich daraus weitreichende Konsequenzen ergeben. In diesem Beitrag namens Ableitungen haben die Autoren Friedrun & Georg Quaas versucht, die Formeln Pikettys aus möglichst einfachen Annahmen theoretisch herzuleiten.

Kommentar zur Rezension eines gewissen H.R.

Hier die Buchbesprechung in voller Länge, denn man kann nicht wissen, wie der Text in ein paar Wochen aussieht:

„Jeder an Erkenntnis interessierte Mensch sollte seine Ideen und Überzeugungen von Zeit zu Zeit überprüfen. Als ich vor einer Weile auf das Buch Die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Darstellung, Kritiken und Alternativen von Friedrun und Georg Quaas gestoßen bin, ist dieser Weiterlesen

Marx und „Das Kapital“ heute

Gedanken zum 145. Jahrestag des Erscheinens des 1. Bandes
am 11. September 1867

Zu beobachten ist nach wie vor ein anhaltendes Interesse an Marx, das zwar gewissen konjunkturellen Schwankungen unterliegt, aber seit Erscheinen des 1. Bandes des „Kapitals“ nie völlig erloschen ist, nachdem die Startschwierigkeiten bei seiner Kenntnisnahme erst einmal überwunden waren. Momentan hat die jüngste Weltwirtschaftskrise ein Hoch der Marx-Rezeption provoziert, die für sich genommen aber keinesfalls ein Novum darstellt, sondern vielmehr zeigt, dass es inzwischen Generationen sind, die in der Marxschen Theorie etwas erkennen können, das ihnen Antworten auf gestellte und ungestellte Fragen zu geben vermag. Unter der vor einigen Jahren vom ZDF aufgestellten Rankingliste der berühmtesten Deutschen rangiert Karl Marx hinter Konrad Adenauer und Martin Luther auf Platz 3. So sahen ihn zumindest die 1,5 Millionen seinerzeit Befragten verortet. Weiterlesen

Zur Theorie des Stopp-Punktes

von Georg Quaas (Version vom 21. Juni 2010)

Vorläufige Begriffsbestimmung

Der Begriff des Stopp-Punktes (hier in jedem Casus mit SP abgekürzt) assoziiert bekannte Vorstellungen aus dem Straßen- und Bahnverkehr. Insofern scheint eine Klärung des Begriffes überflüssig zu sein. Allerdings wird er im Folgenden auf die wissenschaftliche Diskussion, auf den wissenschaftlichen und philosophischen Diskurs und auf alltägliche Kommunikationsprozesse bezogen, die durch andere Strukturen des miteinander Verkehrens definiert sind. Im Sinne der transzendental-realistischen Wissenschaftskonzeption Weiterlesen

Wissenschaftliche Meinungsfreiheit

(Leicht überarbeiteter Auszug aus einem Vortrag, der am 2. Dezember 2011 im Rahmen der „dies academicus“ an der Leipziger Universität gehalten wurde)

Gedanken- und Meinungsfreiheit – eine Differenzierung

Ein unbekannter Autor hat uns folgende Zeilen über die Gedankenfreiheit hinterlassen:

„Ich denk’ was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still’ und wie es sich schicket.
Mein Wunsch, mein Begehren kann niemand verwehren,
es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!“

Den Autoren von Wikipedia zufolge findet sich das Kernmotiv dazu schon im 13. Jahrhundert bei Freidank (Bescheidenheit 1229), wurde aber erst als Flugblatttext von 1780 und den nachfolgenden Bearbeitungen u.a. von Hoffmann von Fallersleben ein volkstümlicher Renner. Wir können daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass Weiterlesen