Die New Austrians als Pseudo-Heterodoxe?

Friedrun Quaas

Spätestens seit der Gründung zahlreicher neoliberaler Think Tanks ist es der New Austrian School of Economics (NASE) gelungen, ihren ideologischen Einflussbereich per einschlägiger Agitation entscheidend zu erweitern. Gleichzeitig und in gewissem Gegensatz dazu pflegt sie ausdrücklich das Image, als wissenschaftlich heterodoxer Akteur jenseits des ökonomischen Mainstreams zu gelten. Auf diese Weise hat sie es erreicht, das Interesse von Vertretern der Pluralen Ökonomik zu wecken, die die Österreichische Schule inzwischen als Teil ihres heterodoxen Kanons adoptiert hat. Aber wie stimmig ist dieses Bild der NASE als Gegner der Orthodoxie? Weiterlesen

Marx und „Das Kapital“ heute

Gedanken zum 145. Jahrestag des Erscheinens des 1. Bandes
am 11. September 1867

Zu beobachten ist nach wie vor ein anhaltendes Interesse an Marx, das zwar gewissen konjunkturellen Schwankungen unterliegt, aber seit Erscheinen des 1. Bandes des „Kapitals“ nie völlig erloschen ist, nachdem die Startschwierigkeiten bei seiner Kenntnisnahme erst einmal überwunden waren. Momentan hat die jüngste Weltwirtschaftskrise ein Hoch der Marx-Rezeption provoziert, die für sich genommen aber keinesfalls ein Novum darstellt, sondern vielmehr zeigt, dass es inzwischen Generationen sind, die in der Marxschen Theorie etwas erkennen können, das ihnen Antworten auf gestellte und ungestellte Fragen zu geben vermag. Unter der vor einigen Jahren vom ZDF aufgestellten Rankingliste der berühmtesten Deutschen rangiert Karl Marx hinter Konrad Adenauer und Martin Luther auf Platz 3. So sahen ihn zumindest die 1,5 Millionen seinerzeit Befragten verortet. Weiterlesen